Lesen, Träumen, Zeichen... Indianermädchen Illustration

Wow heute bin ich wirklich sehr gespannt wie eure Reaktionen sein werden, denn heute gibt es etwas ganz besonderes bei mir im Blog zu sehen.

Vor einigen Tagen fragte mich Dagmar von Zwirnguin ob ich nicht Lust hätte ein kleines Bild für ihren Geschichtenwettbewerb mit der Eulenmeisterei zu zeichnen. Und da ich spontane kreative Ideen liebe, entstand ein kleines Indianermädchen. Meine little squaw zeigte ich auf Instagram und bei Facebook. Eure Reaktionen darauf waren überwältigend.

Das Thema Indianer war bei mir geweckt und ich wollte unbedingt zu eine der Gewinnergeschichten weitere Bilder enstehen lassen.




Ich freue mich riesig über die Anfrage von Dagmar, denn ich allein wäre gar nicht auf diese kreative Idee gekommen...


Also verbrachte ich die letzten Tage entweder zeichnend auf dem Sofa oder beim Digitalisieren am Computer. Wahnsinn wieviel ich bei so einem kleinen "Auftrag" alles an neuen spannenden Einstellungen und Hilfstools bei Illustrator entdeckt habe. Toll, das wird mich sicher auch bei meinen Entwürfen für Stoffdesigns weiter bringen.

Entstanden sind fünf Karten die jeweils prägnante Besonderheiten der Gewinnergeschichte zeigen: Das kleine Indianermädchen, ihren großen Bruder, der Bär des Vaters, die Pferde auf denen das Mädchen so gern reitet und den neugeborenen Babybruder.




Ich mag die Zusammenstellung von grafischen Formen und dem lebendigen Handgezeichnetem sehr. Und mal schauen ob ich mir die Bilder vielleicht als Karten oder kleine Poster ausdrucken lasse, denn im Kinderzimmer kann ich sie mir bei meinen Kindern auch sehr gut vorstellen.


Aber nun bekommt ihr auch die wunderschöne Gewinnergeschichte von Karina Hoffmann zu lesen:



„Donnerkeilnocheinmal“ schimpfte Lilly, es war zum Federn ausreißen! Sie war so sauer, weil ihr Papa, Häuptling Starker Bär, sie schon wieder zu den Frauen in die Küche geschickt hatte.

Tag ein, Tag aus die gleichen Diskussionen! Sie wollte unbedingt mit ihrem großen Bruder Weißer Blitz und den anderen Jungs üben Pferde zu reiten. Auf das Jagen konnte sie gut verzichten, aber sie liebte Pferde und wollte am liebsten jeden Tag mit den Männern durch die Weiten ihres Landes reiten. Aber immer wieder erklärte ihr ihre Mama, Schwebende Feder, dass sie als Mädchen lernen musste Essen vorzubereiten, Gemüse anzubauen, Beeren zu sammeln, Kinder zu hüten….. „Die Frauen halten das Dorf zusammen“ pflegte ihre Mutter zu sagen und die Männer haben den Spaß dachte Lilly…

Während sie also Kartoffeln schälte, eine Arbeit, die sie so gar nicht mochte, kam Elli angeflogen und setzte sich auf ihre Schulter. Elli, das war ihre Libelle, sie begleitete Lilly schon ihr ganzes Leben lang. Lilly liebte es, wenn Schwebende Feder ihr erzählte, wie Elli in dem Moment angeflogen kam als Lilly das Licht der Welt erblickte und somit auch gleichzeitig ihre Namensgeberin war, Kleine Libelle! Aber so nannten sie mittlerweile eigentlich nur noch ihr Vater und ihre Mutter, alle anderen sagten Lilly zu ihr. Das war auch gut so, sie wusste schließlich selbst, dass sie klein war, da musste sie es nicht auch noch ständig hören! Hoffentlich konnte sie sich irgendwann einen anderen Namen verdienen!

Wenn Elli auf ihrer Schulter saß, war aller Ärger meist nur noch halb so schlimm. Lilly wusste, dass dies an ihrer magischen Verbindung lag. Nur wenige Mitglieder ihres Stammes hatten so eine Verbindung zu einem Tier, die Alten erzählten oft Geschichten am Lagerfeuer davon, dass früher jedes Stammesmitglied sein Tier hatte. Aber die Magie ginge immer mehr verloren und würde in Vergessenheit geraten, erzählten die Alten, deswegen würden die Tiere fern bleiben. Die Menschen vergaßen einfach das Glauben. Lilly war seit ihrem Vater das erste und bisher letzte Kind, das ein Tier erhalten hatte, sie war also etwas ganz Besonderes. Aber genau das war das Problem, Starker Bär gab auf sie immer besonders acht und sie durfte kaum eines der Dinge tun, die wirklich Spaß machten! So gerne würde sie ein Abenteuer erleben wollen…

Aber zum Glück hatte sie ihren geliebten großen Bruder Weißer Blitz, manchmal kam er zu ihr ins Tipi, wenn sie an ihren Traumfängern bastelte und nahm sie heimlich mit auf einen Reitausflug. Wenn sie dann weit genug vom Dorf weg waren, durfte sie das Pferd von Weißer Blitz alleine reiten und er brachte ihr alles bei, was er über Pferde und das Reiten wusste!

„Lass uns noch die Beeren am großen Strauch pflücken gehen“ riss ihre Mama sie aus ihren Gedanken „wir haben kaum noch welche und müssen rechtzeitig vor der Dunkelheit zurück sein“!  Also machte sie sich mit ihrer Mama auf den Weg zu dem großen Strauch, er war einige Kilometer entfernt und Schwebende Feder war nicht mehr so schnell unterwegs.  In wenigen Wochen würde Schwebende Feder ihr drittes Kind bekommen und Lilly freute sich schon sehr auf den kleinen Menschen, der bald zu ihrer Familie gehören würde. Am Strauch angekommen, war Lilly´s Mama ziemlich aus der Puste und lehnte sich erstmal an den kleinen Felsen neben dem Beerenstrauch. Der Strauch war voll mit reifen Beeren und in den Bäumen rundherum saßen zwitschernde Vögel, die ihr bei ihrer Arbeit zusahen während es Elli sich, wie so oft, auf ihrer Schulter gemütlich gemacht hatte. Erst als Lilly ihren Beutel voll mit Beeren hatte, bemerkte sie, dass ihre Mama noch immer an dem kleinen Felsen lehnte. An ihren Füßen hatte es sich ein kleiner Waschbär bequem gemacht. Lilly schaute sie verdutzt an, so kannte sie ihre Mama überhaupt nicht. „Ich schaffe den Rückweg nicht Kleine Libelle, ich bin so müde. Lauf zurück ins Dorf und hol Hilfe“ sagte schwebende Feder zu ihr „du wirst heute noch zur großen Schwester!“ Ohjeh, was sollte sie nur tun? Es war noch so weit bis ins Dorf und bald schon würde es dunkel werden. „Aber Mama, ich habe solche Angst, was soll ich nur tun, ich bin doch so klein“ wimmerte Lilly!  „Ach Kleine Libelle, vergiss nicht, auch wenn man noch so klein ist, kann man doch Großes schaffen, man muss nur daran glauben!“ Elli flog voraus und Lilly rannte ihr hinterher, sie sprang über Stock und Stein und stolperte über Wurzeln. Mittlerweile war sie schon ganz schön müde geworden. Als die beiden schon einige Kilometer unterwegs waren und es langsam dunkler wurde, kamen sie an einer kleinen Herde Wildpferde vorbei und Elli flog geradewegs auf eine wunderschöne braun, weiß gefleckte Stute zu und setzte sich auf deren Kopf! Als Lilly behutsam auf sie zuging, dachte sie an alles, was ihr Bruder ihr über Pferde beigebracht hatte. Die Stute hielt ganz still, neigte den Kopf leicht nach vorne und ließ Lilly auf ihren Rücken steigen! Sofort galoppierte die Stute los und sie brausten durch den Wind Richtung Dorf!

Als sie endlich das Dorf erreichten, rief sie ihrem Papa zu, was geschehen war. Starker Bär hob sie vom Pferd, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und sprang dann auf seinen riesigen Braunbären, der sogleich los rannte! Weißer Blitz nahm die erschöpfte Lilly mit in das Familien Tipi und nachdem sie ihrem Bruder alles erzählte, fiel sie erschöpft in einen langen, tiefen Schlaf….

Früh morgens wurde Lilly durch die ersten zarten Schreie ihres kleinen Bruders geweckt. Als sie auf das kleine Bündel auf der Decke sah, entdeckte sie gleich dahinter den kleinen Waschbären, den sie schon am Beerenstrauch gesehen hatte. Ihre Mama strahlte sie an „Das ist flinker Waschbär dein kleiner Bruder, Tapfere Libelle“.

 ♥ ♥ ♥



Ist das nicht eine wunderschöne, traumhafte Indianergeschichte! Ich war vom ersten Moment an total begeistert und hatte so viele Bilder dazu im Kopf, dass ich erst einmal meine Ideen und Gedanken ordnen musste. Denn es sollten ja nur einige wenige aussagekräftige Bilder entstehen und nicht ein ganzes Buch ;-)

Zum Abschluss zeige ich euch noch einmal alle meine Bilder gesammelt auf einem Plakat.
Habt noch einen gemütlichen verschneiten Sonntag!





Dankeschön an Silvia von der Eulenmeisterei und an Dagmar von Zwirnguin für euer Vertrauen!!!


Kommentare

  1. Absolut zauberhaft... Die Geschichte, die Bilder... Einfach alles 😍😍😍

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    1. Vielen lieben Dank! Ich freue mich sehr dass dir alles so gut gefällt!

      Liebe Grüße
      Ziska

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  2. So wundervoll. Die Geschichte, die Bilder, ich bin total begeistert!!!
    Liebe liebe Grüße
    Veronika

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    1. Liebe Veronika,

      lieben Dank für deinen herzlichen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Ziska

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  3. So eine herzerwärmende Geschichte und deine Bilder sind einfach traumhaft.
    Liebe Grüße
    Bine

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  4. Deine Bilder sind toll!
    Mir gefällt Deine Farbwahl: die dunkleren Hintergrundtöne finde ich sehr passend für eine Indianergeschichte und gleichzeitig sind die Figuren so lieb, aber nicht verkitscht! Mein Kompliment!
    Das Indianerbaby ist mein Favorit.
    Ja, Du musst mit diesen Illustrationen mehr machen! Ich bin schon gespannt auf neue Sachen von Dir.
    Mit liebem Gruß
    Regina

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  5. Liebe Ziska,
    das muss auf Stoff, das ist so wundervoll! Echt toll! Lg Alex

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