Von Glücksgefühlen und jeder Menge Arbeit

... davon möchte ich euch heute berichten :-)

Denn jedes Mal wenn ich etwas fertig genähtes in den Händen halte, was mir genau nach meinen Vorstellungen gelungen ist, freue ich mich riesig darüber dass ich so etwas kann. Ideen haben, mich von Stoffen inspirieren lassen, Schnittmuster anpassen und die Schnittteile zu einem meist perfekt passenden Kleidungsstück zu vernähen.

Aber der Weg dorthin war wirklich lang...



Denn ich nähe nicht erst seit einem Jahr, wie die meisten vielleicht denken da sie da meinen Blog entdeckt haben. Nein ganz im Gegenteil, meine ersten Nähversuche hatte ich vor der Grundschule. Meine Oma war eine leidenschaftliche Näherin und hat für eigene Kleidungsstücke oder die ihrer Kinder oft die Nacht zum Tag gemacht (kommt mir irgendwie bekannt vor).

Man muss dazu sagen, dass ich bis zu meinem fünften Lebensjahr in der DDR aufgewachsen bin und meine Oma gern modisch mit dem Westen mithalten wollte. Deswegen schneiderte sie meist nach eigenen Vorstellungen sich eben selbst ihre modischen Kleidungsstücke. Ich kann mich noch sehr gut an das Geräusch der alten Nähmaschine erinnern.

Mein erstes komplett eigenes genähtes Stück war in der Grundschule eine Brötchenbeutel. Ich war begeistert davon völlig allein und selbstständig eine Nähmaschine ans laufen zu bringen. Den fertigen Beutel habe ich mit viel Freude und Liebe an meine Mama verschenkt. Wenn ich jetzt bei meinen Eltern zu Besuch bin, werden jeden Samstag genau in diesem Beutel immernoch die Brötchen beim Bäcker gekauft.




Dann nähte ich immer mal wieder kleinere Projekte wie Kissen, Gardinen,... und irgendwann im Studium (unter Anleitung einer Schneiderin die mit bei mir im Haus wohnte) eine Weste.
Meine Leidenschaft zum Nähen war wieder geweckt. Als sich kurze Zeit später unser erstes Kind ankündigte war ich nicht mehr zu halten.
Ich kaufte meine erste Ottobre und fing an für unsere Tochter zu nähen. Dabei war ich wohl schon immer ein Nähen-ist-mein-Yoga Typ. Denn die kurzen Schläfchen meiner Tochter, die Mittagspause oder die Abendstunden war schnell meinem neuen Hobby erlegen.




Ich habe am Anfang so viel aufgetrennt, Halsauschnitte versemmelt, unförmige Kleidungsstücke entstehen lassen... bis ich mit immer mehr Übung von Stück zu Stück meinen Vorstellungen gut genähter Kleidung näher kam. Jetzt nach fünf Jahren intensiven Nähens habe ich so viel kreative neue freie Energie das ich mich dem Stoffdesign widme. Zuvor war ich komplett mit der Herausforderung gut Nähen zu können ausgelastet.

Es ist schön wie sich immer wieder neue kreative Impulse finden und ich das Gefühl habe es geht ein Stückchen weiter für mich.
So viel Arbeit steckt in dem Weg den ich bis hier hin gegangen bin und ich bereue keine einzige Minute davon. Dabei ist meine Familie mir eine große Stütze: Mein Mann der mir immer Mut macht und der größe Positivdenker auf der Welt ist den ich kenne, meine Kinder die mich zu dem gemacht haben was ich jetzt bin: eine Frau die Krisen überstehen kann und mit kreativer Energie gefüllt ist bis oben hin.

Ich freue mich all das erleben zu dürfen und bin so gespannt was das Jahr 2016 noch alles bringen wird...

... denn ungeduldig bin ich immernoch, genauso wie damals als kleines Kind als ich an der Nähmaschine meiner Oma saß und das fertige Stück kaum abwarten konnt!

♥ ♥ ♥

Stoff: birch Interlock zur Verfügung gestellt von der Eulenmeisterrei
Schnitt: Freebook Tellerrock von Leni Pepunkt
Spitze: Alfatex Bochum


1 Kommentar

  1. Danke für den Einblick. Oft genug sieht es aus, als ob das mal so eben einfach problemlos entsteht. Besuche seit drei Jahren einen Nähkurs und so eben entsteht bei mir nur Murks... Ich mag, was Du entstehen lässt und bin gespannt auf die Stoffdesigns. Dein Stil ist so ganz meins.

    AntwortenLöschen